Bayerische

Beteiligungsgesellschaft mbH

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Geschäftsbericht

2017 / 18

Geschäftsbericht

2017 / 18

BayBG in Zahlen

Lagebericht für
das Geschäftsjahr 2017/18

1.Grundlagen der Gesellschaft

Die BayBG ist die mittelständische Beteiligungsgesellschaft in Bayern und mit Engagements bei nahezu 500 Unternehmen eine der größten Beteiligungskapitalgeber für den Mittelstand. Sie investiert überwiegend in der Form stiller Beteiligungen, aber auch über offene Minderheitsbeteiligungen in mittelständischen Unternehmen. Als Universalbeteiligungsgesellschaft bietet die BayBG Beteiligungen bereits ab 10.000 Euro bis hin zu maßgeschneiderten Lösungen mit einem Volumen von bis zu 7 Millionen Euro. Mit ihren Investments ermöglicht die BayBG die Umsetzung von Start-up- und Wachstumsvorhaben, Regelungen der Unternehmensnachfolge, die Optimierung der Kapitalstruktur sowie die Umsetzung von Turnaround-Projekten. Dabei versteht sie sich als langfristiger und finanziell stabilisierender Partner des Mittelstands. Die BayBG ist als Unternehmensbeteiligungsgesellschaft nach dem Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) anerkannt.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft befindet sich auch im Jahr 2018 in einer anhaltenden Aufschwungsphase, wenngleich das Expansionstempo zum Jahresende sinkt. Der Sachverständigenrat rechnet in seinem Herbstgutachten für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 %. Ein ganz wesentlicher Träger des Aufschwungs sind die mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Nach Angaben des Mittelstandspanels der KfW Bankengruppe (KfW) konnte der Mittelstand erneut steigende Umsätze und eine Zunahme der Beschäftigung verzeichnen. Nach lange verhaltener Investitionsbereitschaft führt die gute Konjunktur nun auch zu einem Investitionsaufschwung. Ende 2017 summierten sich die Investitionen der mittelständischen Unternehmen in neue Anlagen und Bauten auf 176 Milliarden Euro und erreichten damit den höchsten Wert seit 2004. Dieser Trend setzte sich auch im Jahr 2018 fort.

Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung hält auch das Niedrigzinsumfeld weiter an. Die Unternehmen profitieren von günstigen Fremdfinanzierungskonditionen und einem vergleichsweise problemlosen Kreditzugang. Der Schwerpunkt der Kreditnachfrage lag laut KfW-Mittelstandspanel bei langfristigen Bankkrediten mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren. Gleichzeitig haben viele mittelständische Unternehmen die stabile Konjunktur genutzt, um ihre Eigenkapitalquote auszubauen. Insgesamt ist das Bestreben der Unternehmen erkennbar, ihre Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber drohenden Krisen zu stärken.

Einen wesentlichen Beitrag für langfristige Stabilität und Flexibilität leistet auch das Beteiligungskapital. Für die BayBG als Universalbeteiligungsgesellschaft ergaben sich in 2017/18 vielfältige Beteiligungsprojekte von der Start-up- und Expansionsfinanzierung bis hin zum Turnaround. Insgesamt investierten die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in den ersten drei Quartalen 2018 rund 111 Millionen Euro in 415 Unternehmen. Im Vergleichszeitraum wurden 96 Millionen Euro an 429 Unternehmen vergeben.

In guter Verfassung zeigte sich auch der Gesamt-Beteiligungskapitalmarkt. Der von der KfW Bankengruppe erhobene Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers zeigt im Jahr 2018 erneut überdurchschnittlich positive Werte. Getragen wird diese Entwicklung von einem stabilen, überwiegend durch größere Transaktionen geprägten Buy-out-Segment sowie einer  anziehenden Investitionstätigkeit im Markt für Venture Capital. Die von Beteiligungsgesellschaften getätigten Investments in Deutschland beliefen sich im ersten Halbjahr 2018 auf einen vergleichsweise hohen Wert von 5,3 Milliarden Euro. In Bayern wurden 639 Millionen Euro in 117 Unternehmen investiert.


Geschäftsentwicklung und Lage der BayBG

Zur Unternehmenssteuerung werden bei der BayBG insbesondere die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren gemessen und überwacht.

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LEISTUNGSINDIKATOREN

Bestandsindikatoren
Erläuterung
Bestandsindikatoren
Bestandsindikatoren

Nominalwert der Beteiligungen im Portfolio – neben den stillen und offenen Beteiligungen zählen dazu auch beteiligungsähnliche Finanzierungen (insbesondere Wandeldarlehen), die im Jahresabschluss unter dem Posten „Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht“ ausgewiesen werden.

Auszahlungen
Auszahlungen

Gesamtbetrag der Investitionen eines Geschäftsjahres in Beteiligungen und beteiligungsähnliche Instrumente

Ausfälle
Ausfälle

Nominalbetrag der im Geschäftsjahr ausgefallenen Beteiligungen und beteiligungsähnlichen Instrumente

Ausfallquote
Ausfallquote

Ausfälle des Geschäftsjahres im Verhältnis zum Beteiligungsbestand am Geschäftsjahresanfang

Ertragsindikatoren
Erläuterung
Beteiligungserträge
Beteiligungserträge

Gesamtbetrag der Erträge aus Beteiligungen und Ausleihungen abzüglich der auf diese Erträge gebildeten Wertberichtigungen. Die Beteiligungser- träge gliedern sich in (laufende) Erträge aus Beteiligungen und Ausleihungen sowie in Erträge aus Beteiligungsverkäufen. Die Zuführungen bzw. Auflösungen von Wertberichtigungen auf Beteiligungserträge sind in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten „Abschreibungen auf Forderungen aus dem Beteiligungsgeschäft“ bzw. „sonstige Erträge im Beteiligungsgeschäft“ ausgewiesen.

Beteiligungsergebnis
Beteiligungsergebnis

Beteiligungserträge abzüglich Garantieprovisionen und Zinsaufwendungen für die Refinanzierung von Beteiligungen

Ergebnis vor Risiko *
Ergebnis vor Risiko *

Jahresergebnis vor Steuern bereinigt um Abschreibungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen und Ausleihungen sowie um Aufwendungen aus dem Ausfall nicht wertberichtigter Beteiligungen
 * Der Ertragsindikator „Ergebnis vor Risiko“ leitet sich aus der internen Ergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2017 / 18 ab.

Risikoindikatoren
Erläuterung
Eigenrisiko
Eigenrisiko

Das Eigenrisiko beschreibt das durch die BayBG selbst zu tragende Risiko im Beteiligungsportfolio und entspricht dem Nominalwert des Portfolios abzüglich bestehender Ausfallgarantien durch die Risiko- und Beteiligungsprogrammpartner der BayBG.

Nettorisiko
Nettorisiko

Das Nettorisiko beschreibt das Restrisiko der BayBG nach Abzug der gebildeten Risikovorsorge auf das Eigenrisiko.

Beteiligungsbestand

Im Geschäftsjahr wurden 52 Millionen Euro (Vorjahr 38 Millionen Euro) in Beteiligungen investiert – der höchste Wert in der Geschichte der BayBG und ein Zuwachs zum vorgegangenen Geschäftsjahr von 37 %. Im Vergleich zum Vorjahr konnten vermehrt großvolumige Beteiligungen realisiert werden. Die Beteiligungsmittel flossen in insgesamt 75 mittelständische Unternehmen (Vorjahr 86), davon 48 (Vorjahr 63) Erst- und 27 (Vorjahr 23) Folgeinvestitionen. Neben der Finanzierung des etablierten Mittelstands mit 31 Millionen Euro hatten Venture-Capital-Investitionen mit zehn Millionen Euro und Turnaround-Projekte mit sechs Millionen Euro den größten Anteil am Neugeschäft. Mit den übrigen Auszahlungen wurden Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen ermöglicht. Insgesamt konnte somit bei den Auszahlungen ein sehr positives Ergebnis erzielt werden.

Ebenso erfreulich gestalteten sich die Ausfälle, die mit knapp 6 Millionen Euro einen neuen Tiefstand erreichten. Die Ausfallquote lag bei 1,9 % (Vorjahr 3,3 %) und damit deutlich unter dem langfristigen Erwartungswert von 4,0 %. Einen überdurchschnittlich hohen Wert erreichten die Rückzahlungen von Beteiligungen. Ursächlich hierfür waren eine große Zahl fälliger Beteiligungsverträge im Bereich der stillen Beteiligungen, die trotz entsprechender Bemühungen nicht verlängert werden konnten, sowie günstige Exit-Szenarien, die zu Beteiligungsverkäufen führten. Trotz des umfangreichen Neugeschäfts und geringer Ausfälle verringerte sich damit der Beteiligungsbestand auf 307 Millionen Euro und 486 (Vorjahr 503) Unternehmen, an denen Beteiligungen gehalten werden.

Ertragslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten Beteiligungserträge von 35,4 Mio. Euro erwirtschaftet werden, womit die Planung leicht übertroffen wurde. Die laufenden Erträge lagen im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres und der Planung. Bei den schwerer planbaren Erträgen aus Beteiligungsverkäufen konnte aufgrund eines vorzeitig realisierten Exits die Planung übertroffen werden.

Aufgrund höherer Exiterträge lag auch der Provisionsaufwand für Ausfallgarantien, der sowohl bestands- als auch ergebnisabhängig anfällt, über dem Wert der Planung. Dagegen konnten die Refinanzierungsmittel und folglich die Zinsaufwendungen aufgrund der hohen Rückzahlungen im Beteiligungsgeschäft deutlicher als geplant zurückgeführt werden, so  dass ein Beteiligungsergebnis über Plan und Vorjahr erzielt wurde.

Nach Abzug der laufenden Aufwendungen konnte ein erfreuliches Ergebnis vor Risiko in Höhe von 12,1 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der Anstieg zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf höhere Exiterträge zurückzuführen, die den leichten Anstieg der betrieblichen Aufwendungen, insbesondere aufgrund höherer Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen, überkompensieren konnten. Das Bewertungsergebnis der Beteiligungen weist dagegen einen deutlich höheren Aufwandssaldo im Vergleich zum Vorjahr auf. Ursächlich hierfür sind gestiegene Zuführungen zu den Wertberichtigungen auf Beteiligungen aufgrund erhöhter Risiken bei einzelnen größeren Engagements. Nach Abzug von laufenden Steuern und einer Vorsorge für Steuerrisiken resultiert ein Jahresüberschuss von 4,4 Millionen Euro nach 6,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage ist weiterhin sehr stabil. Die BayBG verfügt zum 30.09.2018 bei einer leicht reduzierten Bilanzsumme von 338,8 Millionen Euro (Vorjahr 359,3 Millionen Euro) über ein Eigenkapital von 237,2 Millionen Euro (Vorjahr 232,8 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote beträgt damit 70 % (Vorjahr 65 %) der Bilanzsumme.

Für zukünftige Beteiligungsinvestitionen bestanden am Bilanzstichtag liquide Mittel in Höhe von 31,6 Millionen Euro (Vorjahr 33,3 Millionen Euro). Davon sind 7,1 Millionen Euro für Investitionen im Rahmen des Beteiligungsprogramms des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) reserviert. Die Refinanzierungsverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten auf 72,5 Millionen Euro (Vorjahr 100,6 Millionen Euro) zurückgeführt werden.

Zur Finanzierung der Pensionsrückstellungen besteht ein Contractual Trust Arrangement (CTA) in Höhe von 10,9 Millionen Euro (Vorjahr 10,8 Millionen Euro), das mit den in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen saldiert wird.


Gesamtaussage

Zusammenfassend kann die BayBG auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Trotz Niedrigzinsumfelds wurden 52,3 Millionen. Euro Beteiligungskapital in mittelständische Unternehmen investiert. Die Zahl der Partnerunternehmen verringerte sich leicht auf 486 Unternehmen. Auch die Beteiligungsausfälle gestalteten sich erfreulich niedrig. Aufgrund von steuerlichen Sondereffekten und einer erhöhten Risikovorsorge auf Beteiligungen lag der Jahresüberschuss mit TEuro 4.370 allerdings unter dem Niveau der Vorjahre. Dank ihrer guten Vermögens- und Liquiditätslage wird die BayBG dem Mittelstand auch im neuen Geschäftsjahr als zuverlässiger Partner für Beteiligungskapital zur Seite stehen.

3. Zukunftsorientierte Angaben


Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2018/19 erwartet die BayBG weitgehend unveränderte Rahmenbedingungen, die durch weiterhin günstige Kreditkonditionen, eine niedrige Kredithürde sowie eine stabile Konjunkturentwicklung geprägt werden.

Es ist geplant, 47 Millionen Euro in neue und bestehende Beteiligungen zu investieren und die Zahl der Partnerunternehmen wieder leicht auszubauen. Damit soll an das erfolgreiche Neugeschäft des letzten Geschäftsjahres angeknüpft werden. Grundlage dieser Planung ist der Bestand an Beteiligungsanfragen, der zwar nicht ganz das hohe Niveau zu Beginn des Vorjahres erreicht, aber insgesamt durchaus vielversprechend ist. Die zu erwartenden Rückzahlungen werden im Wesentlichen durch die festen Vertragslaufzeiten bei den stillen Beteiligungen determiniert. Trotz erneut erheblicher Fälligkeiten sollten die Rückzahlungen merklich unter dem hohen Wert des Vorjahres bleiben. Aufgrund der nur bedingt planbaren Unternehmensverkäufe bei Beteiligungsnehmern können sich hier aber auch noch merkliche Abweichungen vom Planwert ergeben. Die Beteiligungsausfälle sind mit 4 % des Anfangsbestands angesetzt. Dieser Wert entspricht dem jährlichen Ausfallbudget, das gemessen am Geschäftsauftrag der BayBG, im langfristigen Durchschnitt eingehalten werden soll. Dabei sind die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts absehbaren Ausfälle berücksichtigt. Aufgrund der grundsätzlichen Risiken im Beteiligungsgeschäft einer mittelständischen Beteiligungsgesellschaft können sich hier jedoch auf Jahresbasis abweichende  Ausfallzahlen ergeben. Der Beteiligungsbestand soll insgesamt wieder auf einen Wert von über 310 Millionen Euro ausgebaut werden.

Die laufenden Erträge werden bestandsbedingt leicht unter dem Niveau des Berichtsjahres erwartet. Die Planung der Exiterträge aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen berücksichtigt die zum Geschäftsjahresbeginn absehbaren Verkaufsprozesse, umfasst daneben aber auch Zielwerte. Ob sich diese im Verlauf des Planjahres tatsächlich realisieren lassen, ist jedoch noch mit nicht unerheblicher Unsicherheit behaftet. Insgesamt werden damit leicht rückläufige Beteiligungserträge erwartet. In der Folge wird auch das Beteiligungsergebnis trotz leicht rückläufig geplanter Refinanzierungskosten voraussichtlich etwas unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Bei im Wesentlichen konstanter Planung der Gesamtkosten für Personal und Verwaltung sowie der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wird ein Ergebnis vor Risiko von 10,8 Millionen Euro angesetzt. Das voraussichtliche Bewertungsergebnis aus der Risikovorsorge für Beteiligungsausfälle ist abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Beteiligungsunternehmen und kann nur eingeschränkt prognostiziert werden. Unter der Annahme einer grundsätzlichen Aufrechterhaltung der bestehenden Vorsorgequote auf das Eigenrisiko im Beteiligungsportfolio ergibt die Prognose einen Nettoaufwand von 4,6 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung dieser Unsicherheiten wird ein Jahresüberschuss von vier bis sechs Millionen Euro erwartet.

Die mittelfristige Planung der BayBG sieht auch über das Geschäftsjahr 2018/19 hinaus stabile und ambitionierte Neuinvestitionen im Bereich von 45 Millionen Euro pro Jahr, verbunden mit einem leichten Aufbau des Beteiligungsbestands, vor.

Chancen- und Risikobericht

Die Chancen und Risiken der BayBG resultieren weitgehend aus dem Ertragspotenzial und dem Ausfallrisiko der gehaltenen Beteiligungen. Die BayBG legt daher größten Wert darauf, die Chancen und Risiken, die sich beim Eingehen, Begleiten und Veräußern von Beteiligungen ergeben, frühzeitig zu erkennen, zu steuern und zu überwachen. Ihr auf Langfristigkeit angelegtes Geschäftsmodell besteht darin, ein Erfolg versprechendes Beteiligungsportfolio mit einer ausgewogenen Chancen- und Risikostruktur  zu schaffen und weiterzuentwickeln. Hierzu setzt die BayBG auf ein Risikomanagement- und internes Kontrollsystem über den gesamten Beteiligungsprozess, das darauf zielt, Beteiligungsausfälle zu begrenzen und die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft jederzeit zu gewährleisten. Neben einem etablierten Auswahl- und Betreuungsprozess durch erfahrene Mitarbeiter/-innen bilden der breite Einsatz von Instrumenten zur Risikoentlastung durch Risiko- und Beteiligungspartner sowie eine angemessene Risikovorsorgepolitik die Kernelemente dieses Konzepts.

Durch diese Maßnahmen soll gewährleistet werden, dass die langfristige durchschnittliche Ausfallquote einen Wert von 4 % p. a. nicht übersteigt. Für das kommende Geschäftsjahr wird entsprechend eine Ausfallquote von 4 % erwartet.

Die eingegangenen Beteiligungen werden durch Instrumente zur Risikoentlastung in Form von Garantieprogrammen möglichst abgesichert. Der Beteiligungsbestand von 307 Millionen Euro ist durch Ausfallgarantien von 172 Millionen Euro abgedeckt. Wichtigster Risikopartner hierbei ist die Bayerische Garantiegesellschaft für mittelständische Beteiligungen mbH (BGG), die ihrerseits auf Rückgarantien des Bundes und des Freistaates Bayern im Rahmen des EU-Beihilferechts zurückgreift. Neben der BGG bestehen wichtige weitere Risiko- und Beteiligungskooperationen mit der LfA Förderbank Bayern, der KfW Bankengruppe und EFRE.

Für das verbleibende Eigenrisiko im Portfolio wird eine angemessene Risikovorsorge durch Einzelwertberichtigungen getroffen. Daraus ergibt sich insgesamt die folgende Risikostruktur im Beteiligungsportfolio.

Die bestehenden Risikoentlastungen und die gebildete Risikovorsorge gewährleisten eine unverändert gute Risikoabsicherung. Für das Geschäftsjahr 2018/19 wird aufgrund des geplanten Neugeschäfts und im Rahmen der stabilen Vermögenslage erneut ein leichter Anstieg des Eigenrisikos im Beteiligungsportfolio erwartet. In der Folge wird sich voraussichtlich auch das Nettorisiko moderat erhöhen.

Auch die Geschäftsaussichten sind grundsätzlich positiv zu beurteilen. Die breite geschäftspolitische Aufstellung der BayBG über die Geschäftsfelder Wachstumsfinanzierung, Unternehmensnachfolge bis hin zu Venture Capital und Turnaround schafft die Möglichkeit, auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren und sich bietende Marktchancen gezielt zu nutzen. Diese breite Aufstellung, verbunden mit einem hohen Vertrauen der Marktpartner in schnelle und verbindliche Entscheidungswege und verlässliche Beteiligungsgrundsätze kann trotz eines erheblichen Angebots an günstigem Fremdkapital ein überdurchschnittlich erfolgreiches Neugeschäft ermöglichen. Bestandsgefährdende Risiken für die BayBG sind derzeit nicht erkennbar.

In der Gesamteinschätzung der Chancen und Risiken bildet somit das umfangreiche und breit diversifizierte Portfolio in Verbindung mit den bestehenden Risikoentlastungen und der gebildeten Risikovorsorge die Grundlage für eine auch weiterhin stabile Vermögens-, Finanz und Ertragslage der BayBG. Damit wird die BayBG, dank ihrer langjährigen mittelständischen Erfahrung und ihrer starken wirtschaftlichen Substanz, den kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Bayern auch in Zukunft ein leistungsfähiger und zuverlässiger Partner sein.
 

München, den 18. Januar 2019
BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH

Geschäftsführung

Peter Pauli             Karl Christian Vogel