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Geschäftsbericht

2017 / 18

Geschäftsbericht

2017 / 18

BayBG im Überblick

„Wir investieren in Chancen“

Nach 17 Jahren als Sprecher der Geschäftsführung ging Dr. Sonnfried Weber am 30. September 2018 in den Ruhestand. Peter Pauli, der seit 1998 bei der BayBG tätig ist und seit 2007 als Geschäftsführer die Entwicklung der BayBG mitprägte und bestimmte, wurde zu seinem Nachfolger berufen.

 

 

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Interview mit Peter Pauli

Herr Pauli, Sie stehen seit dem 1. Oktober 2018 an der Spitze der BayBG. Welche neuen Akzente werden Sie setzen?

Als Geschäftsführer habe ich in den vergangenen zehn Jahren die BayBG-Geschäftsstrategie mitgeprägt. Ich denke, dass wir dabei erfolgreich waren. Die Unternehmen setzen auf unsere Angebote, wie die kontinuierliche Nachfrage zeigt. Im Geschäftsjahr 2017/18 haben wir mit 52,3 Millionen Euro einen Rekord bei den Neuinvestments realisiert. Das Geschäftsmodell der BayBG ist erfolgreich, wir sind kurzfristig zu keinen Änderungen gezwungen.

Die erfreuliche Entwicklung der Neuinvestments wurde im Geschäftsjahr 2017/18 von einer sehr niedrigen Ausfallquote begleitet. Neben der konjunkturellen Entwicklung ist hierfür auch die erfolgreiche Arbeit des Turnaround-Teams der BayBG verantwortlich. Die dritte markante Zahl des Geschäftsjahres sind die hohen Rückflüsse, die aus Unternehmensverkäufen (Exits) und vertraglich vereinbarten Rückzahlungen resultieren. In diesen Fällen waren die Investments der BayBG erfolgreich; die mit unserem Einstieg verfolgten Ziele konnten erreicht werden.


Bleibt also alles unverändert?

Nein. Wir müssen uns ständig hinterfragen und uns kontinuierlich den neuen Gegebenheiten und Anforderungen anpassen. So revolutioniert die Digitalisierung die Wertschöpfungsketten nahezu aller Branchen, auch der Finanzbranche. Neben den neu entstehenden FinTechs, geht auch die traditionelle Kreditbranche neue Wege.

Nahezu alle Bankengruppen arbeiten – getrieben von neuen technologischen Möglichkeiten, niedrigen Margen und Rationalisierungsdruck – an der Digitalisierung der Kreditentscheidung. Digital heißt bekanntlich 0 oder 1, oder mit anderen Worten: Unternehmen, die die Kriterien nicht erfüllen, bekommen kein Kreditangebot mehr. Eine Beschäftigung mit dem Unternehmen und seinem Management durch die Mitarbeiter der Bank ist dann regelmäßig nicht mehr vorgesehen.


Und da könnte die BayBG als alternativer Kapitalgeber einspringen?

Wir können als Beteiligungsgesellschaft nicht die Kreditversorgung durch die Banken ersetzen. In Einzelfällen, insbesondere bei Unternehmen mit strategischen Perspektiven, können wir investieren. Als Risikokapitalgeber denken wir mehr in Marktchancen und unternehmerischen Potenzialen, weniger in „Ist-Zahlen“, die wir aber auch analysieren.


Sie haben die Digitalisierung der Finanzanbieter angesprochen. Aber auch die mittelständischen Unternehmen „digitalisieren“ sich und benötigen Kapital dafür.

Industrie 4.0 und andere unter dem Sammelbegriff „Digitalisierung“ subsumierte Technologien kommen verstärkt auch in den Wertschöpfungsketten von mittelständischen Unternehmen zum Einsatz, die damit verbundenen Investitionen lösen Kapitalbedarf aus. Die Kreditwirtschaft entwickelt Angebote für diese Themen, da es sich häufig aber um Investitionen in Software oder immaterielle Wirtschaftsgüter handelt, spielen der Cashflow oder eben Eigenkapital eine wichtige Rolle. Die BayBG sieht hier ein wichtiges Geschäftsfeld für die Zukunft, sowohl hinsichtlich Investments in neue Geschäftsmodelle als auch bei der Finanzierung des etablierten Mittelstandes, der digitale Technologien adaptiert.
 

Neue Geschäftsmodelle, das klingt nach einer Finanzierung über Venture Capital?

Die BayBG investiert regelmäßig in Start-ups, das von unserem Venture-Capital-Team gemanagte Portfolio wächst seit Jahren. Im vergangenen Geschäftsjahr beliefen sich die Neuinvestments auf 10 Millionen Euro.


Ist Venture Capital der alleinige Treiber des zukünftigen Wachstums?

Schwerpunkt der BayBG-Aktivitäten sind nach wie vor Beteiligungen an etablierten mittelständischen Unternehmen, beispielsweise aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Lebensmittelindustrie oder aber der Automotive Supply Chain. Neben Digitalisierung und Expansion werden in den nächsten Jahren auch Nachfolgelösungen oder aber Bereinigungen der Gesellschafterstruktur eine Rolle spielen, für die wir ebenfalls zur Verfügung stehen. Sofern es zu konjunkturellen Eintrübungen kommt, wird es spannend werden, wie die Kreditinstitute mit Krisenunternehmen umgehen, nachdem sie Sanierungsabteilungen abgebaut und wettbewerbsbedingt Kredite mit niedrigen Margen auf die Bücher genommen haben.

Wir würden in so einer Konstellation auch wieder mehr Potenzial für Turnaround-Investments sehen. Unser Venture-Capital-Geschäft wollen wir – wie in den letzten Jahren auch – kontinuierlich weiterentwickeln.


Sie skizzieren in vielen Bereichen ein weiteres Wachstum der BayBG. Was bedeutet das für den Personalbestand der BayBG?

Die BayBG hat ein gewachsenes Portfolio, neben den angesprochenen Neuinvestments arbeiten wir auch an Exits und es stehen in jedem Geschäftsjahr Rückzahlungen wegen Vertragsablauf an, letztlich wird die Ausfallquote wieder ansteigen, insgesamt ist nicht mit einem starken Portfoliowachstum zu rechnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BayBG haben in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet, sie sind erfahren und sehr gut ausgebildet. Angesichts der zahlreichen neuen Beteiligungsgesellschaften, die in letzter Zeit entstanden sind, wird es auch darum gehen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an die BayBG zu binden und den Personalstamm selektiv zu ergänzen. So konnte die BayBG mit Karl Christian Vogel auf Geschäftsführungsebene einen im Beteiligungsgeschäft sehr erfahrenen Manager gewinnen, um die zukünftigen Herausforderungen anzugehen.


Sie sagten eingangs, 2017/18 war ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Was erwarten Sie für das Geschäftsjahr 2018/19?

In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahrs haben wir bereits ein Neugeschäft von 24 Millionen Euro realisiert, die Pipeline ist gut gefüllt. Vor allem internationale Handelskonflikte und der Brexit haben aber jederzeit das Potenzial, die Weltwirtschaft oder zumindest Europa in eine Krise zu stürzen. Ich hoffe, dass diese Konflikte mit Augenmaß gelöst werden können, dann sollte auch 2019 ein erfolgreiches Jahr werden.

PETER PAULI

Diplom-Kaufmann
Sprecher der Geschäftsführung BayBG

Zuständigkeitsbereich:
Bayern Nord,
Venture Capital, Turnaround

Frühere berufliche Stationen:
– Geschäftsführer seit Januar 2007
– BayBG Geschäftsbereichsleiter
– Finanzleiter eines mittel- ständischen Unternehmens der Konsumgüterindustrie, Hof
– Universität Bayreuth Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Interview mit Karl-Christian Vogel

Herr Vogel, Sie sind seit vier Monaten Geschäftsführer der BayBG. Ihr erstes Resümee nach rund 120 Tagen?

Dass die BayBG ein hervorragend positioniertes Unternehmen mit einer sehr erfahrenen Mannschaft ist, war mir bereits vor meinem Einstieg bekannt. Was ich nun in den ersten Monaten registrieren konnte, hat mich begeistert: Die BayBG hat ein faszinierend vielseitiges Portfolio und ist breitgestreut in vielen Branchen – von der Konsum- über die Investitionsgüterindustrie bis hin zur neuesten Hochtechnologie – engagiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Chancen, bei der BayBG viele Finanzierungen umzusetzen und Unternehmen zu begleiten, genutzt. Es gibt wenige Beteiligungsgesellschaften, deren Teams so viele Transaktionen, Portfoliounternehmen und Erfahrung bei der Entwicklung von Unternehmen vorweisen können.


Welche Schwerpunkte werden Sie setzen, wo sehen Sie konkreten Änderungsbedarf?

Die BayBG war in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erfolgreich unterwegs. Grundsätzlichen Änderungsbedarf sehe ich daher nicht. Selbstverständlich komme ich mit über 20 Jahren Erfahrung im Beteiligungsgeschäft auch mit anderen Ansätzen, die ich der Situation angepasst einbringen werde. Eine besondere Herausforderung ist, dass unser zentrales Angebot für den Mittelstand, die stille Beteiligung bzw. Mezzanine, auf zwei Seiten im Wettbewerb steht: Auf der einen Seite die Kredite, auf der anderen Seite Equity. Beides wird derzeit umfangreich und offensiv angeboten.

Wir müssen unsere Stärken noch mehr im Markt evident machen. Eine wichtige Aufgabe wird es daher sein, noch aktiver in den „Vertrieb“ zu gehen und die Vorteile unserer bereits angesprochenen Cluster-Kompetenzen, die wir in vielen Bereichen und Branchen besitzen, zu verdeutlichen. Wir müssen uns als das präsentieren, was wir auch sind: Wissensträger, Unterstützer und erfahrene Investoren.


Wie soll das konkret aussehen? Könnte mehr offensive Direktakquise ein erfolgversprechender Weg sein?

Aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass in unserem Geschäft Direktakquise ein nicht leicht zu realisierendes Thema ist. Das Beste ist die Empfehlung von zufriedenen Kunden und da haben wir schon immer überragende Ergebnisse erzielt. Ich denke, dass wir unser Netzwerk in Banken und bei M&A-, Corporate Finance-, Unternehmens- und Steuerberatern noch klar ausbauen und ein differenziertes Bild der BayBG vermitteln können.

KARL CHRISTIAN VOGEL

Diplom-Ingenieur Maschinenbau Geschäftsführer
seit 15. November 2018

Zuständigkeitsbereich:
Bayern Süd, Unternehmensnachfolge, Existenzgründung, KHHG

Frühere berufliche Stationen:
– Geschäftsführer
Süd Beteiligungen Gmbh / CFH Beteiligungsgesellschaft mbH, Stuttgart, Leipzig
– Investment Director 3i Deutschland GmbH, Frankfurt, Berlin
– Leiter Organisationsentwicklung/ Inhouse-Consulting Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg
– Projektleiter Restrukturierung CIM Management GmbH, Aachen