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Beteiligungsgesellschaft mbH

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Geschäftsbericht

2017 / 18

Geschäftsbericht

2017 / 18

BayBG im Beteiligungsmarkt

Neuinvestments auf Rekordniveau

Das Geschäftsjahr 2017/18 wird auch langfristig als guter Jahrgang in die BayBG-Annalen eingehen. Zwei besondere Highlights: höchstes Volumen an Neuinvestments und niedrigste Ausfallrate in der BayBG- Historie. Zu diesem Erfolg haben alle BayBG-Bereiche beigetragen.

Venture Capital: Ein Börsengang und 10 Millionen investiert

2007 Gründung. 2008 erstes BayBG-Engagement. 2018 Börsengang. So die Unternehmensgeschichte des Cloud-Telefonie-Anbieters NFON AG in drei Jahreszahlen zusammengefasst. Der IPO war der achte eines BayBG-Unternehmens. Nach knapp 10 Millionen Euro Neuengagements 2017/18 ist der Geschäftsbereich „Venture Capital“ mit 48 Millionen Euro in rund 30 Unternehmen investiert. Im vergangenen Jahr beteiligte sich die BayBG zum Beispiel bei Loyalty Prime, Spezialist für Kundenbindungsprogramme, und an der Crowdtesting-Plattform Testbird GmbH.
 

Wachstum verdoppelt Neuengagements

Engagements bei etablierten mittelständischen (Familien-)Unternehmen bilden weiterhin den Schwerpunkt der BayBG-Aktivitäten. Neuengagements von 31 Millionen Euro haben die auf die Begleitung von Expansionsvorhaben spezialisierten Geschäftsbereiche Bayern Süd und Bayern Nord im Geschäftsjahr 2017/18 ihre Auszahlungen verdoppelt. Dieser Erfolg ist umso höher zu bewerten, da das finanzwirtschaftliche Umfeld für Wachstumsfinanzierungen weiterhin nicht unproblematisch ist. Zahlreiche Fremd- und Eigenkapitalanbieter agieren auf der Suche nach geeigneten Projekten offensiv, zahlen hohe Bewertungen oder finanzieren mit Fremdkapital, wo eigentlich Eigenkapital notwendig wäre.

 

Turnaround „trotzt“ guter Konjunktur

Auch in konjunkturellen Aufschwungphasen führen unterschiedliche Auslöser oder unternehmerische Fehler zu Unternehmenskrisen. Das auf Restrukturierungen spezialisierte Turnaround-Team der BayBG war auch im vergangen Geschäftsjahr gefragt: 6,3 Millionen Euro wurden neu investiert. Ein Beispiel ist OBD Precision GmbH, die sich mit dem neuen Kapital langfristig, zukunftsfest und krisensicher aufgestellt hat, ein Co-Investment zusammen mit der MBG Baden-Württemberg.

Auch die anderen BayBG-Geschäftsbereiche realisieren regelmäßig Co-Investments. Das gilt insbesondere für den Bereich „Venture Capital“, der wegen der besonderen Risikostruktur regelmäßig nicht nur als Lead-, sondern auch als Co-Investor mit anderen Venture-Capital-Gesellschaften, Business Angels oder Family Offices zusammen agiert.
 

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Bei der Finanzierung einer familienexternen Unternehmensnachfolge ist, zumindest bei höheren Volumina, ein gemeinsames Engagement mehrerer Partner ebenfalls nicht ungewöhnlich und wird von der BayBG regelmäßig realisiert. Bei einer Firmenübernahme steht die BayBG nicht nur mit Beteiligungskapital zur Verfügung, sondern unterstützt den Erwerber im gesamten Transaktionsprozess. 3,3 Millionen Euro investierte „Unternehmensnachfolge“, der Beteiligungsbestand beläuft sich auf über 40 Millionen Euro. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Transaktion ist der Management-Buy-in bei dem Drucker-Spezialisten encee CAD/CAM Systeme GmbH.

Mit Kapital für Handwerk, Handel und Gewerbe (KHHG), das sich an den etwas kleineren Mittelstand wendet, und mit dem gemeinsam mit der LfA Förderbank Bayern umgesetzten Existenzgründerprogramm rundet die BayBG ihr breites Angebot ab und begleitet mit diesen Programmen mehr als 200 Unternehmen.

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Beteiligungsstand

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Rekord bei Neu-Investments

Über alle ihre Bereiche hinweg hat die BayBG im vergangenen Jahr 52,3 Millionen investiert, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde der bisherige Spitzenwert von 51 Millionen Euro des Geschäftsjahres 2007/08 übertroffen. Dieser Erfolg beruht auf mehreren Säulen:

– Die Investitionsneigung in der mittelständischen Wirtschaft, insbesondere auch die Bereitschaft, Sprunginvestitionen zu realisieren, hat im Geschäftsjahr zugenommen.

– Mittelständische Unternehmen nutzen das günstige Finanzierungsumfeld, um ihre Kapitalstruktur nachhaltig zu gestalten.

– Die Akzeptanz von Beteiligungskapital in der mittelständischen Wirtschaft ist gestiegen.

– Die Qualität und die Anzahl der Start-ups, die relevante Märkte mit erfolgversprechenden Technologien adressieren, hat zugenommen.

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BayBG Neugeschäft

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Folgeinvestments

Die BayBG engagiert sich im Allgemeinen zur Realisierung eines klar definierten Zieles: Investitionen, Innovationen oder die Regelung der Unternehmensnachfolge. Nach einer Erstbeteiligung entwickelt sich ein Unternehmen aber oft so erfolgreich, dass der ersten Finanzierungsrunde eine zweite oder dritte folgt, um weitere Zukunftsprojekte umzusetzen. So hat die BayBG schon viele unternehmerische Erfolgsgeschichten langfristig mitgeschrieben. Das neu investierte Kapital von 52,3 Millionen Euro betrifft zu 70 Prozent Erst-Investments und zu 30 Prozent Folge-Investments.

Immer mehr gefragt: Minderheitsbeteiligungen

Die BayBG bietet Mittelstands- und situationsgerechte Beteiligungsmodelle, die einen fairen Ausgleich der Interessen zwischen Unternehmer und Beteiligungsgesellschaft ermöglichen. Zum Instrumentarium gehören stille Gesellschaften, Spezial-Mezzanine, Minderheitsbeteiligungen sowie Kombinationen aus verschiedenen Beteiligungsformen. Nicht nur bei Start-ups, auch bei etablierten Mittelstandsunternehmen werden die Vorteile einer Minderheitsbeteiligung immer häufiger erkannt. Auf 58 Millionen Euro summieren sich Ende des Geschäftsjahrs die Minderheitsbeteiligungen an Mittelstandsunternehmen und vor allem Start-ups.

Ausfallquote auf Niedrigstwert

Ausfälle sind für eine Risiken bewusst kalkulierende Beteiligungsgesellschaft nicht immer vermeidbar. Im Geschäftsjahr 2017/18 beliefen sich die Ausfälle auf 5,9 Millionen Euro. Bezogen auf das Gesamtportfolio entspricht das einer Ausfallquote von 1,9 Prozent, dem bisher geringsten Wert in der BayBG-Historie. Der langfristige Durchschnitt bewegt sich bei knapp vier Prozent. Der Grund für diese positive Entwicklung liegt zum einen in der stabilen Mittelstandskonjunktur und der damit verbundenen sinkenden volkswirtschaftlichen Insolvenzquote, zum anderen in dem kontinuierlich verbesserten Risikomanagement der BayBG.

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Offene Beteiligungen der BayBG

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Rückzahlungen auf Höchstwert

Die höchsten Neuinvestments und die geringste Ausfallquote. Trotzdem ist der Beteiligungsbestand leicht auf 307 Millionen Euro gesunken. Der Grund: die Rückzahlungen bzw. Verkäufe mit 56,8 Millionen Euro bewegen sich ebenfalls auf Rekordniveau. Die BayBG agiert als Partner auf Zeit. Ziel ist nicht, Beteiligungen unbefristet zu halten, sondern den Unternehmen Eigenkapital zur Erreichung ihrer Ziele zur Verfügung zu stellen und anschließend wieder auszusteigen.

Der Buy-back oder die Rückzahlung von Mezzanine sind am Ende der Beteiligungsperiode Varianten eines mittelstandsfreundlichen Ausstiegs der BayBG. Im gemeinsamen Interesse mit dem Unternehmen bzw. Unternehmer werden aber auch andere Exitvarianten, zum Beispiel ein Trade Sale oder IPO, professionell und mit viel Erfahrung begleitet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten erneut einige erfolgreiche Exits realisiert werden.

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BayBG Rückzahlungen und Verkäufe

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ITK-Engagements nehmen zu

Vom traditionellen Maschinenbauer über das Handelshaus bis hin zur smarten Hausklimasteuerung – die branchenübergreifend agierende BayBG ist in vielen Branchen und Technologien investiert. Wenngleich sich der Branchenmix im Vergleich zum Vorjahr nicht relevant verändert hat und im kapitalintensiven, produzierenden und verarbeitenden Gewerbe ein Investitionsschwerpunkt liegt, so werden bei längerfristiger Betrachtung doch Änderungen evident: Der Anteil der ITK-Branchen hat sich in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt. Darin spiegelt sich einerseits der Aufbau des VC-Portfolios, andererseits die generelle Orientierung der BayBG an Zukunftsbranchen und -technologien.

Positive Zukunftsaussichten

Alles in allem blickt die BayBG auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Trotz Niedrigzinsumfelds realisierte sie Neuinvestments in Höhe von 52,3 Millionen Euro bei gleichzeitig niedrigster Ausfallquote ihrer Historie. Getragen von erfolgreichen Exits, unter anderen dem IPO der NFON AG, belief sich der Jahresüberschuss auf 4,4 Millionen Euro, der thesauriert wurde. Der Eigenkapitalgeber BayBG ist selbst mit einer Eigenkapitalquote von rund 70 Prozent ausgestattet. Aufgrund ihrer stabilen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird die BayBG auch im kommenden Geschäftsjahr ein zuverlässiger Partner des bayerischen Mittelstandes sein.

So konnten in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres 2018/19 bereits mehrere Neuengagements realisiert werden. Trotz weltweit erhöhter konjunktureller Risiken rechnet die BayBG mit Neuinvestments von 47 Millionen Euro und einer leichten Erhöhung des investierten Kapitals auf 311 Millionen Euro.

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Branchenstruktur 2017

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